Kassensystem Gastronomie — wer danach sucht, hat meist einen von zwei Gründen: Die alte Kasse ist nicht TSE-konform, oder sie kann nicht, was der Betrieb inzwischen braucht. Beides ist teuer, wenn man es falsch löst.
Seit dem 1. Januar 2020 gilt: Wer ein elektronisches Kassensystem einsetzt, muss es nach § 146a AO mit einer zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) schützen. Eine allgemeine Kassenpflicht gibt es in Deutschland nicht — eine offene Ladenkasse bleibt zulässig. Sobald aber eine elektronische Kasse im Einsatz ist, greift die TSE-Pflicht. Bei Verstoß drohen Bußgelder bis 25.000 €.
Es gibt in Deutschland keine allgemeine Kassenpflicht. Wer aber ein elektronisches Kassensystem einsetzt, muss es nach § 146a AO TSE-konform betreiben — Bußgeld bis 25.000 €.
Gleichzeitig gibt es Dutzende Anbieter: Tillhub, SumUp, orderbird, ready2order, Lightspeed. Alle versprechen die beste Lösung. Dieser Artikel zeigt, was ein System wirklich kostet, worauf es ankommt — und welches zu welchem Betrieb passt.
Schnelle Antwort (Stand: August 2026): Für kleine Betriebe bis 30 Sitzplätze reichen SumUp (ab 0–39 €/Monat) oder ready2order (ab 35,90 € zzgl. TSE). Mittlere Restaurants vergleichen orderbird, Tillhub oder Gastro Master (ca. 69–100 €/Monat). Wer einen eigenen Liefer- oder Bestellkanal ohne Plattform-Provision will, braucht ein System, das Kasse und Online-Bestellung koppelt. Pflicht für alle: eine zertifizierte TSE seit dem 01.01.2020.
Registrierkasse oder Kassensystem? Eine klassische Registrierkasse ist Hardware aus den 90ern — meist nicht TSE-fähig und nicht updatebar. Moderne Kassensysteme laufen als Software auf iPad, Android- oder Windows-Tablet: cloud-fähig, regelmäßig aktualisiert und in der Regel günstiger als proprietäre Kassen-Hardware. Dieser Artikel vergleicht die zweite Kategorie.
Kurz-Empfehlung: Welches Kassensystem für wen?
Die Kurzversion, falls du wenig Zeit hast:
| Betriebstyp | Stärke, auf die es ankommt | Warum |
|---|---|---|
| Nur kassieren, kleiner Betrieb | Einstiegs-Kassensystem | Niedriger Monatspreis, TSE erfüllt |
| Restaurant mit starkem Tischservice | Kasse mit Tischmanagement | Tischplan, Reservierung, Kellner-Handheld |
| Pizzeria / Imbiss mit eigenem Lieferdienst | Gastro Master | Online-Bestellungen laufen direkt in die Kasse |
| Betrieb, der von Lieferando wegwill | Gastro Master | Eigener Bestellkanal ohne Provision |
| Franchise / mehrere Standorte | Gastro Master Enterprise | Zentrale Verwaltung über alle Standorte |
Der entscheidende Punkt steckt in dieser Tabelle: Die Frage ist nicht, welche Kasse die beste ist — sondern ob du nur eine Kasse brauchst. Dazu unten mehr.
Die 5 besten Kassensysteme für die Gastronomie im Vergleich (August 2026)
Diese Übersicht bewertet fünf am Markt verbreitete Systeme unabhängig — kein Affiliate, kein gesponsertes Ranking. Die Einstiegspreise haben wir im August 2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft; maßgeblich bleiben stets die aktuellen Angaben des jeweiligen Anbieters.
| Kassensystem | Einstieg / Monat | TSE | Gerät / OS | Lieferando | Ideal für |
|---|---|---|---|---|---|
| SumUp Point of Sale | ab 0 € (Plus 39 €) | ✅ inkl. | iPad · Android | ❌ nativ | Imbiss, Kiosk, kleiner Betrieb |
| ready2order | ab 35,90 € zzgl. TSE | ➕ 15,90 € | iPad · Android | ⚠️ via Deliverect | kleine/mittlere Betriebe, branchenübergreifend |
| orderbird PRO | ab 99,90 € | ✅ inkl. | iPad | ❌ nativ | iPad-Restaurant mit Tischservice |
| Tillhub | ab ~99 € (Gastro) | ✅ inkl. | iPad | ⚠️ via Deliverect | Tischmanagement, Retail + Gastro |
| Gastro Master | 69 € | ✅ inkl. | Windows-Tablet (iOS/Android folgt) | eigenes Bestellsystem* | Lieferdienst/Restaurant mit eigenem Bestellkanal |
✅ inkl. = TSE im Preis enthalten · ➕ = TSE als Zusatzposten · ⚠️ via Deliverect = Lieferando-Anbindung nur über die Middleware Deliverect (typisch 49–99 €/Monat extra) · *Gastro Master ersetzt die Plattform durch einen eigenen, provisionsfreien Bestellkanal, statt Lieferando zu integrieren. Einstiegspreise Stand August 2026, netto, ohne Gewähr — maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Anbieter.
Der wichtigste Unterschied steckt in der Lieferando-Spalte: Reine Kassensysteme binden Lieferando bestenfalls über die kostenpflichtige Middleware Deliverect an — SumUp und orderbird gar nicht nativ. Wer Online-Bestellungen ernst nimmt, sollte diesen Punkt vor Vertragsschluss klären.
Was kostet ein Kassensystem für die Gastronomie?
Es gibt drei Preismodelle:
1. Hardware-Kauf (einmalig). Du kaufst Kassendisplay, Bondrucker und TSE. Einmalig typischerweise 800–3.000 €, dazu eine monatliche Softwaregebühr.
2. Monatsabo (All-in). Soft- und Hardware gemietet — für kleine und mittlere Betriebe das Übliche. Je nach Anbieter und Umfang etwa 40–150 € pro Monat.
3. Transaktionsbasiert. Zahlung pro Bestellung. Rechnet sich nur bei sehr niedrigem Volumen.
Monatskosten im Überblick (Stand August 2026, Angaben ohne Gewähr):
| Anbieter | Kasse / Monat | Besonderheit |
|---|---|---|
| SumUp | ab ca. 39 € | Einfachster Einstieg |
| ready2order | ab 35,90 € (+ TSE) | Breite Branchenabdeckung |
| orderbird | ab 99,90 € | iPad-basiert, Restaurant-Fokus |
| Tillhub | ab ~99 € (Gastro) | Starkes Tischmanagement |
| Gastro Master | 69 € | TSE-konform, koppelbar mit eigenem Bestellsystem |
Quelle der Fremdanbieter-Preise: die öffentlich zugänglichen Preisseiten der jeweiligen Anbieter, abgerufen im August 2026. Angaben netto, Einstiegstarife, ohne Gewähr — maßgeblich sind stets die aktuellen Angaben des jeweiligen Anbieters.
Wichtig: Diese Preise gelten für die Kasse — und nur für die Kasse. Wer zusätzlich einen Bestellshop, eine eigene App oder eine Website braucht, zahlt bei den meisten Anbietern für jedes Werkzeug separat, oft bei separaten Firmen.
Die 5 Kriterien, die bei einem Kassensystem wirklich zählen
1. TSE-Konformität — nicht verhandelbar
Eine TSE speichert jede Kassenbuchung manipulationssicher. Sie ist vorgeschrieben, sobald ein elektronisches Kassensystem im Einsatz ist (§ 146a AO, KassenSichV). Prüfe vor Vertragsschluss, ob eine BSI-zertifizierte TSE enthalten ist. Alle in diesem Artikel genannten Systeme erfüllen das. Für Betriebe in Österreich gilt zusätzlich die RKSV.
2. Bedienbarkeit im echten Betrieb
Personal wechselt. Eine neue Aushilfe muss die Kasse im Freitagabend-Service bedienen können, nicht in einer Schulung. Achte auf klare Touch-Oberflächen — und lass dir vor Vertragsschluss eine Demo mit deiner eigenen Speisekarte zeigen.
3. Was passiert mit Online-Bestellungen?
Das ist das Kriterium, das die meisten unterschätzen. Wenn du auch liefern oder Abholung anbieten willst: Laufen diese Bestellungen in dieselbe Kasse — oder tippt sie jemand von Hand ab? Zwei getrennte Systeme bedeuten doppelte Pflege und doppelte Fehlerquellen im Stress.
4. Support, wenn es brennt
Fällt die Kasse um 19:30 Uhr aus, hilft kein Ticketsystem mit 48-Stunden-Reaktionszeit. Frag konkret: Support auf Deutsch? Erreichbarkeit abends und am Wochenende? In unseren Google-Bewertungen (5,0 von 5 Sternen aus 131 Bewertungen) ist Erreichbarkeit der am häufigsten gelobte Punkt — häufiger als Funktionsumfang oder Preis.
5. Die Gesamtrechnung, nicht der Kassenpreis
Eine Kasse für 39 €/Monat klingt günstig. Kommen aber Website, Bestellshop und App bei drei weiteren Anbietern dazu, landest du schnell bei 180–200 € monatlich — verteilt auf vier Verträge, vier Ansprechpartner und Systeme, die nicht miteinander sprechen. Rechne immer das Gesamtpaket.
Gesamtkosten über drei Jahre — die ehrliche Rechnung. Ein kleiner Betrieb mit Einstiegs-Kasse (ca. 40 €/Monat) plus einmaliger Hardware (rund 800 €) landet über drei Jahre bei etwa 2.200 €. Ein mittleres Restaurant mit Tischmanagement, zweiter Kasse und Zusatzmodulen (ca. 120 €/Monat, 2.000 € Hardware) kommt auf rund 6.300 €. Wer zusätzlich einen eigenen Bestellkanal betreibt, sollte diesen getrennt kalkulieren — spart dafür aber die Plattform-Provision, die bei 500 Bestellungen im Monat schnell vierstellig wird. Entscheidend ist nicht der Monatspreis, sondern die Summe aus Abo, TSE, Hardware, Schulung und Support über die geplante Nutzungsdauer.
Was muss ein Kassensystem für Gastronomie können?
Ein gutes Kassensystem für die Gastronomie muss sieben Dinge beherrschen — alles andere ist Komfort. Diese Liste ist der Mindeststandard, an dem du jeden Anbieter messen solltest.
- TSE-Zertifizierung. Seit dem 01.01.2020 muss jede elektronische Kasse nach § 146a AO mit einer zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtung laufen. Ohne TSE drohen bei einer Kassennachschau Beanstandung und Umsatzschätzung.
- Tischplan mit Kellner-Zuordnung. Sobald mehrere Kellner gleichzeitig arbeiten, muss jede Bestellung eindeutig einem Tisch und einer Person zugeordnet sein — sonst wird die Abrechnung im Service zum Ratespiel.
- Kellner-App / Handheld-Bestellung. Bestellungen direkt am Tisch aufnehmen spart Wege in die Küche und reduziert Übertragungsfehler. Das ist 2026 Standard, kein Luxus.
- Split-Rechnung und Tische zusammenführen. Getrennt zahlen, Tische zusammenlegen, einzelne Positionen umbuchen — Alltag in jedem Restaurant. Manche Systeme lösen das elegant, andere zwingen zum Neuanlegen.
- Trinkgeld steuerkonform erfassen. Trinkgeld muss nachvollziehbar gebucht werden. Ein sauberes System trennt Trinkgeld für Mitarbeiter und für den Betrieb korrekt.
- Tagesabschluss und Z-Bon im DSFinV-K-Format. Der tägliche Kassenabschluss und der standardisierte DSFinV-K-Export sind bei einer Prüfung Pflicht. Fehlt der Export, wird es unangenehm.
- Statistiken nach Artikel, Tisch, Kellner und Uhrzeit. Wer weiß, welches Gericht sich wann verkauft, plant Einkauf, Menü und Personal auf Fakten statt Bauchgefühl.
Optional, aber für viele Betriebe entscheidend: die Anbindung von Online-Bestellungen. Wer zusätzlich Bestellungen über die eigene Website ohne Provision annehmen möchte, findet die Details im Artikel Online-Bestellsystem für Restaurants.
Die eigentliche Entscheidung: Kasse — oder Kasse plus Bestellkanal?
Fast alle Anbieter am Markt lösen dieselbe Aufgabe sehr gut: kassieren, TSE-konform abrechnen, Tische verwalten. Wenn das dein Bedarf ist, kannst du kaum etwas falsch machen — nimm das System mit der Bedienung, die deinem Team liegt.
Wer nur kassieren will, findet am Markt viele gute TSE-Kassen. Die Frage wird erst dann interessant, wenn Online-Bestellungen dazukommen — denn dort endet bei reinen Kassensystemen die Zuständigkeit.
Sobald Bestellungen über deine eigene Website, eine App oder QR-Codes am Tisch hereinkommen, verschiebt sich die Frage. Reine Kassenanbieter enden dort, wo dein Bestellprozess anfängt. In der Praxis führt das zu einem von zwei Wegen:
- Du bleibst bei einer Plattform wie Lieferando — und zahlst je nach Paket 13–30 % Provision pro Bestellung, zuzüglich Transaktionsgebühr.
- Du baust einen zweiten Software-Stapel — Bestellshop hier, App dort, Kasse woanders. Drei Verträge, drei Supportnummern, und Bestellungen, die jemand manuell in die Kasse überträgt.
Genau an dieser Stelle setzt Gastro Master an: Kasse, Bestellshop, eigene App und Website kommen aus einer Hand und greifen ineinander. Bestellt ein Gast über deine App, liegt der Auftrag direkt in der Kasse — ohne Abtippen, ohne Plattform-Provision.
Die 5 Kassensystem-Anbieter im Detail
Gastro Master — Kasse als Teil eines Gesamtsystems
Kassensystem: 69 €/Monat. TSE-zertifiziert, GoBD-konform, Cloud-Updates, bis zu 4 Kassen mit einer Lizenz, persönlicher Support aus Deutschland. Das System läuft auf Windows und Windows-Tablet — für Betriebe, die ohnehin auf Windows setzen, ein klarer Vorteil: stabile Hardware, kein Apple-Ökosystem nötig, oft günstigere Geräte. Eine iOS- und Android-Version ist in Entwicklung. Passende Hardware (Bondrucker, Kassenschublade, Terminals) ist separat erhältlich.
Der Unterschied liegt weniger in der Kasse selbst als in dem, was daran andockt:
- Bestellsystem (79 €/Monat): eigener Webshop mit 0 % Provision auf Direktbestellungen.
- Business — App + Bestellsystem (149 €/Monat): Webshop plus native iOS-/Android-App, eigene Domain inklusive, Push-Benachrichtigungen, unbegrenzte Bestellungen.
- Bar-System mit Orderman und QR-Code-Bestellung für Betriebe mit Tisch- oder Thekenservice.
- Enterprise für Franchise und Mehr-Standort-Betriebe mit zentraler Verwaltung — Preis auf Anfrage.
Ehrlich zur Rechnung: Kasse und Bestellsystem sind getrennte Pakete. Kasse (69 €) plus Business-Paket (149 €) liegen bei 218 €/Monat. Das ist kein Kampfpreis — aber ein Vertrag, ein Ansprechpartner, ein Dashboard, und keine Provision pro Bestellung. Wer heute 500 Bestellungen à 20 € über eine Plattform abwickelt, zahlt dort schnell vierstellig im Monat. Die vollständige Übersicht steht auf der Preisseite.
Am stärksten für: Pizzerien und Imbisse mit eigenem Lieferdienst, Betriebe die von Plattform-Provisionen wegwollen, Restaurants mit eigenem Bestellkanal, Cafés mit QR-Tischbestellung.
„Endlich keine teuren Provisionen mehr wie bei Lieferando. Die Seite läuft stabil, Bestellungen kommen zuverlässig rein — und besonders der Kundenservice ist herausragend." — Abdulrahman Almas, Gastro-Master-Kunde (Google-Bewertung, 5 Sterne)
Tillhub — Stärke: Tischmanagement
iPad-basiert, mit ausgereiftem Tischplan, Reservierung und Kellner-Handheld. Ab ca. 99 €/Monat für ein Gastro-Setup (Stand August 2026). Sehr gut für Restaurants mit vielen Tischen und Reservierungsbetrieb. Der Schwerpunkt liegt auf dem Tischgeschäft. Wer Online-Bestellungen direkt in der Kasse verarbeiten möchte, sollte beim Anbieter gezielt nachfragen, wie das abgedeckt wird.
orderbird — Stärke: Einfachheit
Speziell für Restaurants, iPad-basiert, sehr einfache Bedienung und solides Tischmanagement. Ab ca. 99,90 €/Monat (Paket S, Stand August 2026). Auch hier liegt der Fokus auf dem Service am Tisch. Wenn Bestellungen aus dem eigenen Webshop oder einer App in die Kasse laufen sollen, lohnt sich die konkrete Nachfrage beim Anbieter.
SumUp und ready2order — Stärke: günstiger Einstieg
Ab 0–39 €/Monat (SumUp) bzw. ab 35,90 € zzgl. TSE (ready2order), Stand August 2026. Für kleine Betriebe, die eine saubere, TSE-konforme Kasse brauchen und sonst nichts. Beide sind branchenübergreifend aufgestellt. Wenn du gastronomiespezifische Funktionen wie einen Tischplan oder einen eigenen Bestellkanal brauchst, kläre vor Vertragsschluss, was im gewählten Tarif enthalten ist.
TSE-Pflicht 2026: Was jeder Gastronom wissen muss (§ 146a AO)
TSE (Technische Sicherheitseinrichtung). Pflicht seit 1. Januar 2020 für jedes elektronische Kassensystem (§ 146a AO); eine Nichtbeanstandungsregelung lief noch bis 30. September 2020. Speichert alle Transaktionen manipulationssicher.
GoBD. Regeln des Finanzamts zur digitalen Buchführung: lückenlos, nachvollziehbar, unveränderbar. Erfüllt dein System das nicht, kann das Finanzamt schätzen.
DSFinV-K / GDPdU-Export. Standardisiertes Exportformat für Kassendaten. Bei einer Kassennachschau übergibst du die Exportdatei — ohne Export wird es unangenehm.
Meldepflicht. Elektronische Kassensysteme sind dem Finanzamt zu melden (Verfahren über Mein ELSTER). Kläre mit deinem Anbieter, wer das übernimmt.
RKSV (Österreich). Österreich hat mit der Registrierkassensicherheitsverordnung ein eigenes Regime. Nicht jeder deutsche Anbieter unterstützt es — Gastro Master deckt Deutschland und Österreich ab.
Cloud-TSE oder Hardware-TSE? Eine Hardware-TSE steckt als Modul oder USB-Stick direkt an der Kasse und funktioniert auch offline — dafür ist sie an ein Gerät gebunden. Eine Cloud-TSE signiert die Bons über das Internet und deckt mit einer Lizenz beliebig viele Geräte ab, braucht aber zumindest zeitweise eine Verbindung. Für Food Trucks und Betriebe mit wackligem WLAN ist die Hardware-Variante oft robuster, für Mehr-Geräte-Betriebe die Cloud-Lösung günstiger.
Was passiert ohne TSE? Fällt bei einer unangekündigten Kassennachschau auf, dass keine zertifizierte TSE im Einsatz ist, kann das Finanzamt die Buchführung verwerfen und den Umsatz schätzen — erfahrungsgemäß immer zu deinen Ungunsten. Dazu kommt ein Bußgeld von bis zu 25.000 €. Die TSE ist damit kein Nice-to-have, sondern die Eintrittskarte für den legalen Kassenbetrieb.
Zur korrekten Verbuchung der 7 % Mehrwertsteuer auf Speisen in deinem Kassensystem gibt es in unserem Artikel zur Mehrwertsteuer in der Gastronomie 2026 alle Details.
Welches System passt zu deinem Betrieb?
Pizzeria oder Imbiss mit Lieferdienst
Gastro Master. Hier zahlt sich die Kopplung am deutlichsten aus: Bestellungen aus Webshop und App landen direkt in der Kasse, und für Direktbestellungen fällt keine Provision an.
Restaurant mit Tischservice
Bleibt es beim reinen Tischgeschäft, zählt vor allem ein ausgereifter Tischplan — darauf sind die oben genannten Tischmanagement-Kassen spezialisiert. Sobald du zusätzlich Abholung oder Lieferung über deinen eigenen Kanal anbieten willst, ist Gastro Master mit Bar-System und Bestellshop die stimmigere Wahl.
Café oder Bäckerei
Für den reinen Thekenbetrieb genügt in der Regel eine einfache TSE-Kasse — hier entscheidet der Monatspreis. Sobald QR-Bestellung am Tisch oder Vorbestellung dazukommen soll, ist Gastro Master die passende Wahl.
Franchise oder mehrere Standorte
Gastro Master Enterprise. Zentrale Verwaltung von Menüs, Preisen und Auswertungen über alle Standorte, individuelles Design. Preis auf Anfrage.
Kassensystem nach Restauranttyp — was wirklich passt
Nicht jedes Kassensystem passt zu jedem Betrieb. Entscheidend ist, was dein Geschäftsmodell zwingend braucht.
Pizzeria / Lieferdienst
Braucht zwingend eine saubere Anbindung des Liefergeschäfts. Lieferando lässt sich bei den meisten Kassen nur über die Middleware Deliverect anbinden (49–99 €/Monat extra), SumUp und orderbird gar nicht nativ. Wer Provisionen sparen will, koppelt die Kasse stattdessen mit einem eigenen Bestellsystem.
Café / Bistro
Hier zählt Tempo: schnelle Abrechnung an der Theke, QR-Code-Zahlung am Tisch und klare Statistiken nach Produktgruppe. SumUp und orderbird sind für den schnellen Durchsatz gut geeignet.
Restaurant à la carte
Braucht einen ausgereiften Tischplan, Kellner-Handheld und zuverlässige Split-Rechnungen. In dieser Liga sind orderbird und Tillhub zu Hause.
Food Truck / Außengastronomie
Zwingend: ein stabiler Offline-Modus, denn die Internetverbindung ist unterwegs selten stabil. Prüfe vor dem Kauf konkret, wie lange das System ohne Netz und ohne Steckdose durchhält — Cloud-TSE-Systeme brauchen zumindest zeitweise Verbindung zum Signieren.
Die 5 häufigsten Fehler beim Kassensystem-Kauf
Aus der Begleitung von über 800 Gastronomie-Betrieben kennen wir die immer gleichen Fehler — und wie du sie vermeidest.
- Kein TSE-Check gemacht. Wer ein System kauft, ohne die BSI-zertifizierte TSE schriftlich bestätigen zu lassen, riskiert bei der nächsten Prüfung eine Umsatzschätzung. Gegenmittel: TSE-Zertifikat vor Vertragsschluss zeigen lassen.
- Lieferando-Anbindung vergessen. Wer später liefern will und ein System ohne Plattform-Anbindung gewählt hat, tippt Bestellungen von Hand ab — Zeitverlust und Fehlerquelle im Stress. Gegenmittel: Bestellwege vorher durchdenken.
- Nur auf den Monatsabo-Preis geschaut. Ein 39-€-Abo klingt günstig — bis TSE, Statistik-Modul, zweite Kasse und Support dazukommen. Gegenmittel: immer die Gesamtkosten über drei Jahre rechnen.
- Zu günstige Hardware gekauft. Billig-Tablets sind nach 18 bis 24 Monaten zu langsam für Updates. Gegenmittel: auf herstellergeprüfte Hardware und Update-Zusagen achten.
- Keine Mitarbeiterschulung eingeplant. Ein neues System ohne Einweisung führt am ersten Betriebstag zu Chaos und Abrechnungsfehlern. Gegenmittel: Schulung fest einplanen und mit echter Speisekarte üben.
Häufige Fragen zum Kassensystem in der Gastronomie
Ist ein Kassensystem in der Gastronomie Pflicht?
Nein — eine allgemeine Kassenpflicht gibt es in Deutschland nicht, eine offene Ladenkasse bleibt zulässig. Sobald du aber ein elektronisches Kassensystem einsetzt, muss es nach § 146a AO und KassenSichV mit einer zertifizierten TSE geschützt sein. Bei Verstoß drohen Bußgelder bis 25.000 €.
Was kostet ein Kassensystem für ein Restaurant?
Je nach Anbieter und Funktionsumfang etwa 39 bis 150 € pro Monat. Das Gastro Master Kassensystem liegt bei 69 €/Monat. Bei Hardware-Kauf kommen einmalig rund 800 bis 3.000 € dazu, häufig zusätzlich eine Einrichtungsgebühr.
Was ist der Unterschied zwischen TSE und GoBD?
Die TSE ist eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung, die jede Transaktion manipulationssicher aufzeichnet. Die GoBD sind Buchführungsgrundsätze des Finanzamts, die regeln, wie digitale Daten gespeichert und exportiert werden müssen. Ein Kassensystem muss beides erfüllen.
Kann ich mein Kassensystem auch für Online-Bestellungen nutzen?
Nur bei manchen Anbietern. Reine Kassensysteme decken Online-Bestellungen meist nicht ab — Bestellungen müssen dann manuell übertragen werden oder laufen über eine Plattform mit Provision. Bei Gastro Master laufen Bestellungen aus Webshop und App direkt in die Kasse.
Wie schnell ist ein neues Kassensystem einsatzbereit?
Cloud-basierte Kassensysteme sind technisch oft in ein bis zwei Tagen eingerichtet, dazu kommt eine kurze Team-Schulung. Wie lange es dauert, hängt vom Umfang der Speisekarte und der Übernahme von Altdaten ab. Gastro Master übernimmt die Einrichtung inklusive Import der Speisekarte, sodass der Betrieb ohne lange Unterbrechung weiterläuft.
Was passiert, wenn das Kassensystem ausfällt?
Moderne Cloud-Kassen haben einen Offline-Modus: Buchungen werden lokal gespeichert und synchronisiert, sobald die Verbindung zurück ist. Entscheidend ist die Support-Erreichbarkeit — Gastro Master bietet persönlichen Support aus Deutschland.
Gilt die TSE-Pflicht auch in Österreich?
In Österreich gilt statt der TSE die RKSV (Registrierkassensicherheitsverordnung) — ein eigenständiges Regime. Nicht alle deutschen Anbieter unterstützen es. Gastro Master deckt Deutschland und Österreich ab.
Welches Kassensystem ist das beste für Gastronomie 2026?
Welches Kassensystem das beste für Gastronomie 2026 ist, hängt von der Betriebsgröße ab: Kleine Betriebe bis 30 Sitzplätze fahren mit SumUp (ab 0 €) oder ready2order (ab 35,90 €/Mo.) gut. Mittlere Restaurants wählen orderbird PRO, Tillhub oder Gastro Master (ab 69–99 €/Mo.). Wer liefert, braucht Lieferando-Anbindung — SumUp und orderbird bieten sie nativ nicht. Pflicht für alle: TSE seit 01.01.2020 (§ 146a AO).
Welche kostenlose Kassensoftware gibt es für Gastronomie?
SumUp Point of Sale bietet eine Basisversion ohne monatliches Abo — du zahlst nur eine Transaktionsgebühr auf Kartenzahlungen. Für Imbiss und Kiosk kann das reichen. Für Restaurants mit Tischplan, Kellner-App und Lieferando-Anbindung sind kostenpflichtige Lösungen ab ca. 39–69 €/Monat die sinnvollere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen Registrierkasse und Kassensystem?
Eine Registrierkasse ist klassische Hardware — oft veraltet und selten TSE-fähig. Moderne Kassensysteme laufen als Software auf iPad, Android- oder Windows-Tablet, werden regelmäßig aktualisiert und sind cloud-fähig. Achte beim Kauf immer auf eine BSI-zertifizierte TSE.
Fazit: die richtige Kassensystem-Wahl für deinen Betrieb
Ein Kassensystem für die Gastronomie muss zwei Dinge sicher können: rechtlich sauber abrechnen und im Betriebsalltag nicht im Weg stehen. Das leisten alle hier genannten Anbieter.
Zur schnellen Orientierung — welche Wahl zu welchem Betrieb passt:
| Wenn du… | Dann empfehlen wir |
|---|---|
| …einen kleinen Imbiss oder Kiosk führst | SumUp Point of Sale |
| …ein Café oder mittleres Restaurant betreibst | orderbird, Gastro Master oder Tillhub |
| …einen Lieferdienst mit Lieferando betreibst | System mit Deliverect-/Lieferando-Anbindung (Pflicht) |
| …ein großes Restaurant oder Hotel-Restaurant leitest | Lightspeed- oder Tillhub-Klasse |
| …Online-Bestellungen ohne Provision willst | Kassensystem + Gastro Master Bestellsystem |
Die Entscheidung fällt woanders:
- Du willst nur kassieren? Dann entscheiden vor allem Monatspreis und Bedienbarkeit — eine Komplettlösung brauchst du dafür nicht.
- Dein Geschäft lebt vom Tischservice? Dann ist der Tischplan das entscheidende Kriterium.
- Du willst eigene Online-Bestellungen ohne Plattform-Provision — und dass sie direkt in der Kasse landen? Dann brauchst du kein weiteres Kassensystem, sondern ein System, in dem die Kasse nur ein Baustein ist. Das ist der Bereich, für den Gastro Master gebaut wurde.
Über 800 Gastronomiebetriebe in Deutschland und Österreich arbeiten bereits mit Gastro Master.
Kostenlose Demo vereinbaren → — wir richten das System mit deiner Speisekarte ein und zeigen dir den Ablauf an deinem eigenen Betrieb.
Zuletzt aktualisiert: August 2026. Preisangaben zu Drittanbietern ohne Gewähr, Stand August 2026. Quellen: § 146a AO, KassenSichV, BSI-Zertifizierungsverfahren.