Dienstplan Gastronomie 2026: Erstellen, Vorlage & ArbZG | Gastro Master

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Gute Personalplanung ist in der Gastronomie der Unterschied zwischen einem eingespielten Team und ständigem Chaos im Service. Wer zu knapp plant, überlastet…

Ein Dienstplan in der Gastronomie enthält mindestens: Namen aller Mitarbeitenden, Datum und Schichtzeiten, Pausenregelungen nach ArbZG sowie Sonderfunktionen wie Küche, Service oder Theke. Die gesetzliche Grundlage ist das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) — maximal 8 Stunden täglich (§ 3), 11 Stunden Ruhezeit zwischen Schichten (§ 5), Pausen ab 30 Minuten bei mehr als 6 Stunden Arbeit (§ 4). Veröffentliche den Dienstplan mindestens 14 Tage vorab — das reduziert kurzfristige Änderungen um bis zu 40 %.

Gute Personalplanung ist in der Gastronomie der Unterschied zwischen einem eingespielten Team und ständigem Chaos im Service. Wer zu knapp plant, überlastet die Leute; wer zu großzügig plant, verbrennt Marge. Beides kostet — Personal ist nach dem Wareneinsatz der größte Kostenblock im Betrieb.

Und die Planung entscheidet über mehr als nur Kosten: Laut einer Hogapage-Auswertung von 2024 ist schlechte Schichtplanung mit rund 45 Prozent der Kündigungsgrund Nummer eins in der Gastronomie. Bei einer Branchenfluktuation von 35 bis 45 Prozent pro Jahr und Wechselkosten von 25 bis 40 Prozent eines Jahresgehalts pro Abgang ist ein durchdachter Dienstplan bares Geld wert. Stand: August 2026.

Dieser Artikel ist rein operativ: wie viel Personal du brauchst, wie du einen rechtssicheren Dienstplan nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) erstellst und welche Vorlage dahintersteht. Themen wie Recruiting-Kanäle oder Mitarbeiterbindung streifen wir nur kurz und verlinken auf die passenden Beiträge. Bei Gastro Master begleiten wir über 800 Restaurants durch die Digitalisierung und sehen täglich, wie stark der Dienstplan über die Zufriedenheit im Team entscheidet.

Wie viel Personal braucht mein Restaurant?

Wie viel Personal du brauchst, ergibt sich aus deinen Öffnungsstunden, der Mindestbesetzung pro Schicht und den Stoßzeiten — nicht aus dem Bauchgefühl. Am Ende steht eine konkrete Zahl an Vollzeitstellen, mit der du planen und kalkulieren kannst.

Faustregel: Personalkosten 30–40 % vom Umsatz

Der wichtigste Kontrollwert vorab: Die gesamten Personalkosten sollten laut DEHOGA-Richtwert bei 30 bis 40 Prozent des Nettoumsatzes liegen — inklusive Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Urlaubs- und Krankheitsvertretung sowie dem eigenen Unternehmerlohn.

Liegt die Quote dauerhaft über 40 Prozent, arbeitet dein Team im Verhältnis zum Umsatz zu teuer. Dann helfen straffere Schichten oder eine schlankere Karte mehr als eine weitere Preiserhöhung. Wie sich die Personalkosten in die gesamte Betriebsrechnung einfügen, zeigt unser Beitrag zu den Personalkosten in der Gesamtkalkulation.

Berechnung: Wie viele Stunden brauche ich pro Woche?

Den Personalbedarf rechnest du mit einer einfachen Formel aus:

Öffnungsstunden × Mindestbesetzung + Stoßzeit × Extra-Kräfte = Wochenstunden ÷ 40 = Vollzeitäquivalente (VZÄ)

Ein Beispiel: Dein Restaurant hat 60 Öffnungsstunden pro Woche und braucht durchgehend eine Mindestbesetzung von 3 Personen. In den 20 Stoßzeit-Stunden kommen 2 zusätzliche Kräfte dazu. Die Rechnung:

  • 60 h × 3 = 180 Stunden
  • 20 h × 2 = 40 Stunden
  • Summe: 220 Wochenstunden
  • 220 ÷ 40 = 5,5 Vollzeitstellen

Diese 5,5 VZÄ sind der reine Bedarf am Gast. Für Urlaub, Krankheit und Feiertage brauchst du zusätzlich Reserve — genau hier kommt der Faktor 4 ins Spiel.

Was ist der Faktor 4 in der Gastronomie?

Der Faktor 4 ist eine Faustregel für Positionen, die während der gesamten Öffnungszeit durchgehend besetzt sein müssen. Eine einzelne Person kann eine solche Dauerposition nicht allein abdecken: Sie hat freie Tage, Urlaub und wird auch mal krank. In der Praxis brauchst du deshalb rund vier Mitarbeiter, um eine einzige durchgehend besetzte Position über eine 7-Tage-Woche zuverlässig zu bespielen.

Für die Planung heißt das: Rechne nicht nur den Bedarf am Gast, sondern lege auf Schlüsselpositionen (Küche, Theke) eine Reserve drauf. Wer knapp auf Kante plant, zahlt jede Krankheitswelle mit teuren Überstunden oder geschlossenen Schichten.

Dienstplan Vorlage Gastronomie: Die Pflicht-Spalten

Spalte Pflicht? Inhalt
Name / Mitarbeiter ✅ Ja Vor- und Nachname, Funktion (Koch, Kellner, Theke)
Datum ✅ Ja Wochentag + Datum
Schichtbeginn / -ende ✅ Ja Uhrzeit inkl. geplante Pausen
Netto-Arbeitsstunden ✅ Ja Für Stundenkonten und Lohnabrechnung
Schichttyp Empfohlen Früh / Mittel / Spät / Teildienst
Abwesenheitsgrund Empfohlen Urlaub / Krank / Frei
Unterschrift Mitarbeiter In manchen Tarif-/Arbeitsverträgen Zur Bestätigung der Kenntnisnahme

Excel oder Google Sheets genügen für bis zu 10 Mitarbeitende — die Vorlage kannst du direkt aus einer Tabelle aufbauen. Ab 10–15 Mitarbeitenden lohnt sich ein spezialisiertes Tool mit automatischer ArbZG-Prüfung (Gastromatic, Shyftplan), das Überstunden und Ruhezeitverstöße in Echtzeit anzeigt. Ein digitaler Dienstplan mit Ist-Zeit-Erfassung folgt derselben Nachweislogik wie die Kassenpflicht und TSE für den Gastronomiebetrieb — beides dient der lückenlosen Dokumentation gegenüber dem Finanzamt.

ArbZG in der Gastronomie: Was du beim Dienstplan beachten musst

Beim Dienstplan gelten die Regeln des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) — und zwar zwingend. Verstöße können teuer werden und im Krankheitsfall sogar den Versicherungsschutz gefährden. Die wichtigsten Paragrafen solltest du im Kopf haben.

Maximale Arbeitszeit, Ruhezeiten und Pausen (Pflichtregeln)

Drei Grundregeln bestimmen jeden Dienstplan:

  • Maximale Arbeitszeit (§ 3 ArbZG): grundsätzlich 8 Stunden pro Werktag. Sie lässt sich auf bis zu 10 Stunden verlängern, wenn im Durchschnitt von 6 Monaten wieder 8 Stunden pro Tag erreicht werden. Dauerhaft 10-Stunden-Schichten ohne Ausgleich sind unzulässig.
  • Mindestruhezeit (§ 5 ArbZG): zwischen zwei Schichten müssen 11 zusammenhängende Stunden liegen. Wer um 23 Uhr Feierabend hat, darf frühestens um 10 Uhr wieder anfangen — die klassische Falle beim Schließen am Abend und Öffnen am Morgen.
  • Pausen (§ 4 ArbZG): bei 6 bis 9 Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten, bei über 9 Stunden mindestens 45 Minuten. Pausen dürfen in Blöcke von je 15 Minuten aufgeteilt werden, zählen aber nicht als Arbeitszeit.

Diese drei Werte sind der häufigste Grund für Dienstplan-Fehler. Trage sie fest in deine Vorlage ein, dann prüfst du jede Schicht automatisch gegen die Vorgaben.

Sonn- und Feiertagsarbeit in der Gastronomie

Sonn- und Feiertagsarbeit ist in der Gastronomie ausdrücklich erlaubt. Das ArbZG verbietet sie zwar grundsätzlich (§ 9), macht für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe aber eine klare Ausnahme (§ 10 ArbZG). Du darfst also am Sonntag und an Feiertagen öffnen und einplanen.

Wichtig ist der Ausgleich: Für Sonntagsarbeit steht den Beschäftigten ein Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen zu, für Feiertagsarbeit innerhalb von acht Wochen. Steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind möglich, aber keine gesetzliche Pflicht — sie ergeben sich aus Tarif- oder Arbeitsvertrag.

Mindestlohn 2026 und Zuschlagspflichten

Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro brutto pro Stunde (zuvor 12,82 Euro). Für 2027 ist bereits eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro beschlossen. Dieser Mindestlohn gilt für alle Beschäftigten, auch für Aushilfen und Minijobber — plane ihn als feste Untergrenze in die Personalkosten ein. Alle Details und Übergangsregeln findest du im Beitrag zum aktuellen Mindestlohn in der Gastronomie.

Beachte die Wechselwirkung mit dem Minijob: Steigt der Mindestlohn, sinkt bei gleicher Verdienstgrenze die Zahl der erlaubten Monatsstunden. Wer Minijobber einsetzt, muss deren Stunden nach jeder Mindestlohn-Erhöhung neu prüfen, damit die Geringfügigkeitsgrenze eingehalten bleibt.

Dienstplan Gastronomie erstellen — Schritt für Schritt

Einen guten Dienstplan erstellst du in fünf Schritten — vom Gästemuster bis zur transparenten Kommunikation. Wer diese Reihenfolge einhält, plant nach echtem Bedarf statt nach Gewohnheit.

Schritt 1 – Umsatz- und Gästemuster analysieren

Bevor du Namen einträgst, schaust du auf die Daten: Wann kommen wie viele Gäste? Ein Blick auf die Umsätze der letzten Wochen nach Wochentag und Uhrzeit zeigt deine echten Stoßzeiten. Freitagabend braucht eine andere Besetzung als Dienstagmittag.

Wer diese Muster kennt, vermeidet den teuersten Planungsfehler: gleichmäßig über die Woche zu besetzen, obwohl die Nachfrage stark schwankt. Ein modernes Kassensystem liefert diese Auswertung ohnehin — nutze sie als Grundlage für den Plan.

Schritt 2 – Schichten und Stunden definieren

Lege feste Schichtblöcke fest: etwa Frühschicht, Mittelschicht und Spätschicht mit klaren Start- und Endzeiten. Definiere je Schicht die Mindestbesetzung pro Bereich (Küche, Service, Theke) und die Zusatzkräfte für die Stoßzeit.

Achte schon hier auf das ArbZG: Keine Schicht darf die 10-Stunden-Grenze reißen, zwischen Spät- und Frühschicht müssen 11 Stunden Ruhezeit liegen. Wer die Schichtblöcke sauber definiert, hat die Rechtssicherheit später automatisch im Plan. Wie sich diese Blöcke mit einem Tool statt per Hand pflegen lassen, zeigt der Beitrag dazu, wie du deine Schichtplanung digital umsetzen kannst.

Schritt 3 – Personal zuordnen und Wünsche berücksichtigen

Jetzt verteilst du die Mitarbeiter auf die Schichten — unter Berücksichtigung von Qualifikation, Verträgen (Vollzeit, Teilzeit, Minijob) und, soweit möglich, persönlichen Wünschen. Wer Wünsche und feste freie Tage einplant, senkt die Fluktuation spürbar.

Genau hier liegt der größte Hebel für die Mitarbeiterzufriedenheit. Schichtplanung ist einer der stärksten Bindungsfaktoren im Betrieb — mehr dazu im Beitrag Schichtplanung als Bindungsfaktor.

Schritt 4 – Vorlaufzeit: mindestens 14 Tage

Veröffentliche den Dienstplan mit ausreichend Vorlauf. Die DEHOGA-Empfehlung liegt bei mindestens 14 Tagen — nur so können deine Leute ihr Privatleben planen. Kurzfristige Pläne von heute auf morgen sind der schnellste Weg in Frust und Kündigung.

Ein fester Rhythmus hilft: Der Plan für den übernächsten Zeitraum erscheint immer am selben Wochentag. Verlässlichkeit im Prozess wirkt oft stärker als einzelne Zugeständnisse.

Schritt 5 – Änderungen transparent kommunizieren

Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Realität — jemand wird krank, ein Event kommt dazu. Entscheidend ist, wie du Änderungen kommunizierst: nachvollziehbar, rechtzeitig und über einen festen Kanal, den alle sehen.

Änderungen dürfen nicht einseitig „von oben" durchgedrückt werden. Nachträgliche Verschiebungen brauchen in der Regel das Einverständnis der Betroffenen. Ein transparenter Kanal — Aushang, Gruppenchat oder Software — verhindert die typischen „Das wusste ich nicht"-Konflikte.

Dienstplan-Vorlage Gastronomie: Was drinstehen muss

Eine gute Dienstplan-Vorlage enthält alle Felder, die du für Planung, Nachweis und Lohnabrechnung brauchst. So sieht die Pflicht-Struktur aus:

Feld Inhalt / Zweck
Kalenderwoche & Datum Zeitraum und einzelne Tage
Mitarbeitername wer arbeitet
Schicht / Von–Bis Start- und Endzeit der Schicht
Bereich Küche, Service, Theke, Lieferung
Pause Dauer und Lage (§ 4 ArbZG)
Ist-Stunden tatsächlich geleistete Stunden pro Tag/Woche
Ruhezeit-Check ≥ 11 h seit letzter Schicht (§ 5 ArbZG)
Status geplant / bestätigt / getauscht

Wichtig ist die Aufzeichnungspflicht: Arbeitszeiten müssen dokumentiert werden. Ein Dienstplan mit erfassten Ist-Stunden ist zugleich die Grundlage für die korrekte Lohnabrechnung und ein Nachweis bei einer Prüfung. Wer die Ist-Stunden nicht sauber festhält, bekommt spätestens beim Thema Überstunden ein Problem. Hinzu kommt: Seit dem Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts von 2022 sind Arbeitgeber verpflichtet, die gesamte Arbeitszeit zu erfassen — Beginn, Ende und Dauer. Ein Dienstplan mit lückenloser Ist-Zeit-Erfassung erfüllt diese Pflicht direkt mit und erspart dir eine zweite, parallele Zeiterfassung.

Dienstplan-Software für die Gastronomie

Ab einer gewissen Teamgröße lohnt sich Dienstplan-Software — sie spart Zeit und verhindert ArbZG-Verstöße automatisch. Für kleine Teams reicht oft noch eine Tabelle.

Was gute Tools können müssen

Eine brauchbare Dienstplan-Software für die Gastronomie sollte mindestens diese Funktionen bieten:

  • ArbZG-Prüfung automatisch — Warnung bei Ruhezeit- oder Höchstarbeitszeit-Verstößen
  • Stundenkonto und Ist-Erfassung — geplante gegen geleistete Stunden
  • Tausch- und Wunsch-Funktion für Mitarbeiter per App
  • Export zur Lohnabrechnung und Anbindung an die Buchhaltung
  • mobile Nutzung, damit das Team den Plan jederzeit sieht

Der wichtigste Punkt ist die automatische Rechtsprüfung: Sie fängt genau die Fehler ab, die von Hand am leichtesten passieren.

Kostenlose vs. kostenpflichtige Lösungen im Überblick

Für den Start reicht Excel oder Google Sheets (kostenlos) — flexibel, aber ohne automatische ArbZG-Prüfung und mit wachsendem Pflegeaufwand. Sobald das Team größer wird oder mehrere Standorte dazukommen, lohnt sich eine spezialisierte Lösung.

Verbreitete kostenpflichtige Tools sind zum Beispiel Gastromatic (ca. 80 €/Monat), Shyftplan (ca. 50 €/Monat) und Personio (ca. 90 €/Monat, breiter HR-Fokus). Die Preise variieren je nach Mitarbeiterzahl und Paket — maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Anbieter. Die Faustregel: Ab etwa 10 bis 15 Beschäftigten spart die Automatisierung mehr Zeit, als sie kostet.

Saisonale Personalplanung: Stoßzeiten und Saisonkräfte

Saisonale Personalplanung bedeutet, den Bedarf vorausschauend an Spitzen und Flauten anzupassen — statt jedes Jahr von der Weihnachtsfeier-Welle oder dem Sommerloch überrascht zu werden.

Plane die bekannten Spitzen früh: Adventszeit, Feiertage, lokale Feste, Biergarten-Sommer. Für diese Phasen brauchst du zusätzliche Saison- oder Aushilfskräfte, die du idealerweise Wochen vorher ansprichst und einarbeitest — kurzfristig ist qualifiziertes Personal kaum zu bekommen. Ein Stamm an verlässlichen Aushilfen, die jedes Jahr wiederkommen, ist Gold wert. Halte den Kontakt zu guten Saisonkräften auch außerhalb der Saison — eine kurze Nachricht vor der nächsten Spitze bringt oft mehr als jede neue Stellenanzeige.

In den umsatzschwachen Monaten gilt das Gegenteil: Urlaub bündeln, Öffnungszeiten prüfen und die Personaldecke bewusst ausdünnen. Wer strukturell zu wenig Personal hat, sollte gleichzeitig an den Prozessen arbeiten — wie du mit weniger Personal mehr leistest, zeigt unser Beitrag zum Fachkräftemangel. Und wer den Personalbedarf ganz neu aufsetzt, sollte ihn direkt im Personalbedarf im Businessplan verankern. Wer überhaupt erst ein Team aufbaut, findet den Einstieg im Beitrag zum Personal finden in der Gastronomie.

Häufige Fragen zur Personalplanung Gastronomie (FAQ)

Wie erstelle ich einen Dienstplan in der Gastronomie?

Einen Dienstplan in der Gastronomie erstellst du in fünf Schritten: Zuerst analysierst du die Umsatz- und Gästemuster, um die echten Stoßzeiten zu kennen. Dann definierst du Schichtblöcke mit Mindestbesetzung, ordnest das Personal unter Berücksichtigung von Verträgen und Wünschen zu, veröffentlichst den Plan mit mindestens 14 Tagen Vorlauf und kommunizierst Änderungen transparent. Wichtig ist die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes — vor allem 11 Stunden Ruhezeit zwischen Schichten und die vorgeschriebenen Pausen.

Was muss ich beim Dienstplan in Bezug auf das ArbZG beachten?

Beim Dienstplan gelten drei zentrale ArbZG-Regeln: Die tägliche Arbeitszeit beträgt maximal 8 Stunden, verlängerbar auf 10 Stunden bei Ausgleich innerhalb von 6 Monaten (§ 3). Zwischen zwei Schichten müssen 11 zusammenhängende Stunden Ruhezeit liegen (§ 5). Pausen betragen mindestens 30 Minuten bei 6 bis 9 Stunden Arbeit und 45 Minuten bei über 9 Stunden (§ 4). Sonn- und Feiertagsarbeit ist in der Gastronomie erlaubt (§ 10), erfordert aber einen Ersatzruhetag.

Wie viel Personal brauche ich für ein Restaurant?

Den Personalbedarf berechnest du mit der Formel: Öffnungsstunden × Mindestbesetzung plus Stoßzeit × Extra-Kräfte ergibt die Wochenstunden, geteilt durch 40 die Vollzeitstellen. Beispiel: 60 Öffnungsstunden × 3 Personen plus 20 Stoßzeit-Stunden × 2 Extra ergibt 220 Wochenstunden, also 5,5 Vollzeitstellen. Dazu kommt eine Reserve für Urlaub und Krankheit. Als Kontrollwert sollten die gesamten Personalkosten bei 30 bis 40 Prozent des Nettoumsatzes liegen (DEHOGA-Richtwert).

Was ist der Faktor 4 in der Gastronomie?

Der Faktor 4 ist eine Faustregel für durchgehend besetzte Positionen. Eine Stelle, die während der gesamten Öffnungszeit über eine 7-Tage-Woche besetzt sein muss, lässt sich nicht von einer einzigen Person abdecken — wegen freier Tage, Urlaub und Krankheit. In der Praxis brauchst du rund vier Mitarbeiter, um eine solche Dauerposition zuverlässig zu bespielen. Der Faktor hilft dir, Schlüsselpositionen wie Küche oder Theke nicht zu knapp zu planen und teure Notlösungen zu vermeiden.

Welche Software eignet sich für die Personalplanung in der Gastronomie?

Für kleine Teams reicht Excel oder Google Sheets kostenlos aus, allerdings ohne automatische ArbZG-Prüfung. Ab etwa 10 bis 15 Beschäftigten lohnen sich spezialisierte Tools wie Gastromatic (ca. 80 €/Monat), Shyftplan (ca. 50 €/Monat) oder Personio (ca. 90 €/Monat). Gute Software prüft Ruhezeiten und Höchstarbeitszeiten automatisch, führt Stundenkonten, bietet Tausch- und Wunschfunktionen per App und exportiert die Daten zur Lohnabrechnung. Die Preise hängen von Mitarbeiterzahl und Paket ab.


Stand des Artikels: August 2026. Gesetzesangaben nach ArbZG und aktuellem Mindestlohn, Kostenrichtwerte laut DEHOGA — maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetze und aktuellen Angaben. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.