Spätschichtzuschlag Gastronomie 2026: Was gilt und wie viel ist steuerfrei?

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Viele Restaurantbetreiber fragen sich, ob sie einen „Spätschichtzuschlag" zahlen müssen und wie viel davon steuerfrei ist. Die Antwort ist etwas überraschend…

Spätschichtzuschlag Gastronomie 2026: Den "Spätschichtzuschlag" gibt es als gesetzlich definierten Begriff nicht — §3b EStG regelt steuerfreie Zuschläge nur für Nachtarbeit (20–24 Uhr: bis 25 %, 0–4 Uhr: bis 40 %), Sonn- und Feiertagsarbeit. Viele Gastronomen zahlen den Zuschlag freiwillig; tarifgebundene Betriebe (DEHOGA) sind laut Tarifvertrag verpflichtet. Wichtig: Abendschichten bis 24 Uhr können teilweise steuerfrei sein!

Viele Restaurantbetreiber fragen sich, ob sie einen „Spätschichtzuschlag" zahlen müssen und wie viel davon steuerfrei ist. Die Antwort ist etwas überraschend: Einen eigenen Spätschichtzuschlag kennt das Gesetz gar nicht. Trotzdem kann ein Teil der Abendschicht steuerfrei bezuschusst werden — nämlich über die Nachtarbeit. Dieser Ratgeber erklärt dir, was wirklich gilt, wie viel steuerfrei ist und wie du die Abendschicht richtig abrechnest.

Was ist der Spätschichtzuschlag? (kein eigener Rechtsbegriff)

Der wichtigste Punkt zuerst: Ein „Spätschichtzuschlag" ist kein gesetzlich definierter Begriff. Das Einkommensteuergesetz kennt in § 3b nur drei Kategorien für steuerfreie Zuschläge: Nachtarbeit, Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit. Die Spätschicht als solche taucht dort nicht auf.

Was bedeutet das in der Praxis?

  • Überschneidung mit der Nacht: Eine typische Spätschicht, etwa von 14 bis 23 Uhr, überschneidet sich ab 20 Uhr mit der steuerfreien Nachtarbeitszeit. Für diese Stunden ist ein Zuschlag begünstigt.
  • DEHOGA-Tarifvertrag: In einigen Bundesländern regeln Tarifverträge einen eigenen Schichtzuschlag. Bist du tarifgebunden, gilt das für dich verbindlich.
  • Freiwillig gezahlt: Zahlst du einen Spätschichtzuschlag freiwillig und regelmäßig, wird er zum Vertragsbestandteil. Du kannst ihn dann nicht mehr einseitig streichen.

Der Begriff ist also eher ein Sammelname aus der Praxis. Steuerlich zählt allein, welche Stunden in die Nacht-, Sonntags- oder Feiertagszeit fallen.

Wie viel ist steuerfrei? (§3b EStG im Überblick)

Diese Tabelle zeigt die steuerfreien Höchstsätze nach § 3b EStG:

Arbeitszeit Steuerfreier Höchstzuschlag
20–24 Uhr (Nacht) bis 25 % des Grundlohns
0–4 Uhr (tiefe Nacht) bis 40 %
Sonntag bis 50 %
Feiertag bis 125 %
Kombination Sonntag + Nacht (ab 20h) bis 75 % (50 % + 25 %)

Ein Beispiel: Eine Servicekraft verdient 14 € pro Stunde und arbeitet die Abendschicht von 18 bis 23 Uhr. Steuerfrei begünstigt sind nur die Stunden ab 20 Uhr — also drei Stunden von 20 bis 23 Uhr. Die Rechnung: 3 Stunden × 14 € × 25 % = 10,50 € steuerfrei. Die Stunden von 18 bis 20 Uhr sind normale Arbeitszeit ohne steuerfreien Zuschlag.

Ist der Spätschichtzuschlag Pflicht in der Gastronomie?

Auch hier lautet die Antwort: Es kommt darauf an.

  • Gesetz: NEIN. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, einen Spätschicht- oder Nachtzuschlag zu zahlen — mit einer Ausnahme: Für echte Nachtarbeit schreibt das Arbeitszeitgesetz einen „angemessenen" Ausgleich vor, entweder als Zuschlag oder als freie Zeit.
  • DEHOGA-tarifgebunden: JA. Bist du an einen Tarifvertrag gebunden, sind die dort geregelten Zuschläge verpflichtend.
  • Einmal gezahlt = Vertragsbestandteil: Zahlst du den Zuschlag über längere Zeit freiwillig, entsteht eine betriebliche Übung. Eine Kürzung ist dann nur noch mit Zustimmung des Mitarbeiters möglich.

In der Praxis zahlen die meisten Betriebe freiwillig einen Zuschlag für die späten Stunden — sonst findet sich kaum jemand für die unbeliebten Schichten.

Gastronomie-Abendschicht richtig abrechnen

Gerade bei geteilten und späten Diensten lohnt sich ein genauer Blick, welche Stunden begünstigt sind:

  • Splitschicht 11–15 und 18–23 Uhr: Nur die Stunden von 20 bis 23 Uhr (3 Stunden) sind steuerbefreite Nachtarbeit. Der Mittagsteil zählt normal.
  • Abendkellner 18–24 Uhr: Von den sechs Stunden fallen vier ab 20 Uhr in die Nachtzeit — für diese vier Stunden ist ein Zuschlag bis 25 % steuerfrei.
  • Sonntagabend 17–23 Uhr: Ab 20 Uhr treffen Sonntag und Nacht zusammen. Für diese Stunden ist die Kombination bis 75 % steuerfrei — ein starker Netto-Vorteil.
  • Minijob: Steuerfreie SFN-Zuschläge zählen nicht zur 600-Euro-Grenze. Du kannst sie also zahlen, ohne den Minijob-Status zu gefährden.

Mehr zu den einzelnen Zuschlägen findest du in den Beiträgen zum Nachtzuschlag Gastronomie, zum Sonntagszuschlag §3b EStG und zum Feiertagszuschlag.

Unterschied Spätschicht / Nachtschicht / Sonntagsschicht

Damit du die Begriffe sauber auseinanderhältst, hier der Vergleich:

Schichttyp Steuerfreiheit Gesetzliche Basis
Spätschicht Teilweise ab 20h §3b EStG (Nacht-Anteil)
Nachtschicht 25–40 % je nach Uhrzeit §3b EStG
Sonntagsschicht bis 50 % §3b EStG
Feiertagsschicht bis 125 % §3b EStG

Die Spätschicht ist also keine eigene steuerliche Kategorie, sondern profitiert nur über ihren Nacht-Anteil ab 20 Uhr. Nachtschicht, Sonntagsschicht und Feiertagsschicht haben dagegen jeweils eine klare gesetzliche Grundlage mit festen Höchstsätzen.

Nachtarbeitnehmer — was der Begriff genau bedeutet

Beim Thema Nachtarbeit gibt es zwei verschiedene Uhrzeiten, die oft durcheinandergeraten. Es lohnt sich, den Unterschied zu kennen.

  • Steuerliche Nachtzeit (§ 3b EStG): Für den steuerfreien Zuschlag beginnt die Nacht um 20 Uhr und endet um 6 Uhr. Für die Stunden ab 20 Uhr ist der Zuschlag begünstigt.
  • Nachtarbeit im Arbeitszeitgesetz (§ 2 ArbZG): Als Nachtzeit gilt hier die Zeit von 23 bis 6 Uhr. Wer mindestens zwei Stunden davon regelmäßig arbeitet, gilt als Nachtarbeitnehmer.

Warum ist das wichtig? Nachtarbeitnehmer haben besondere Rechte: Sie dürfen im Schnitt nur 8 Stunden pro Tag arbeiten und haben Anspruch auf eine arbeitsmedizinische Untersuchung. Für einen Kellner, der nur bis 23 Uhr arbeitet, gilt das meist nicht — er bekommt aber trotzdem den steuerfreien Zuschlag für die Stunden ab 20 Uhr. Die beiden Regeln laufen also nebeneinander und haben unterschiedliche Zwecke.

Häufige Fehler bei der Abrechnung später Schichten

Bei den späten Schichten gehen immer wieder dieselben Dinge schief:

  1. Zuschlag für die ganze Schicht gezahlt. Steuerfrei ist nur der Anteil ab 20 Uhr, nicht die komplette Abendschicht ab 18 Uhr.
  2. Zuschlag im Grundlohn versteckt. Er muss getrennt auf der Lohnabrechnung stehen, sonst geht die Steuerfreiheit verloren.
  3. Keine genaue Zeiterfassung. Ohne den Nachweis, wer wann ab 20 Uhr gearbeitet hat, fehlt die Grundlage für die Steuerfreiheit.
  4. Sonntag und Nacht nicht kombiniert. Am Sonntagabend ab 20 Uhr lassen sich beide Zuschläge kombinieren — wer nur einen ansetzt, verschenkt Netto-Vorteil.
  5. Freiwilligen Zuschlag ohne Vorbehalt gezahlt. Ohne Freiwilligkeitsvorbehalt wird der Zuschlag dauerhaft bindend.

Wer diese Punkte beachtet, zahlt seinen Leuten den vollen Netto-Vorteil und ist bei einer Prüfung auf der sicheren Seite.

So legst du den Spätschichtzuschlag im Betrieb fest

Weil es keine gesetzliche Pflicht gibt, entscheidest du selbst über Höhe und Form. Damit später kein Streit entsteht, solltest du die Regelung schriftlich festhalten.

  • Klare Prozentsätze: Orientiere dich an den steuerfreien Höchstsätzen, damit möglichst viel netto beim Mitarbeiter ankommt.
  • Getrennter Ausweis: Der Zuschlag muss auf der Lohnabrechnung getrennt vom Grundlohn stehen, sonst geht die Steuerfreiheit verloren.
  • Freiwilligkeitsvorbehalt: Willst du flexibel bleiben, formuliere den Zuschlag ausdrücklich als freiwillige Leistung. Sonst wird er dauerhaft bindend.
  • Zeiterfassung: Nur mit einer genauen Erfassung der Stunden ab 20 Uhr kannst du den steuerfreien Anteil korrekt abrechnen und bei einer Prüfung nachweisen.

Eine saubere Regelung schafft Vertrauen im Team und macht deine Lohnkosten planbar.

Dienstplan für Abendschichten clever legen

Weil der steuerfreie Vorteil erst ab 20 Uhr beginnt und am Sonntag noch höher liegt, kannst du mit einer durchdachten Schichtplanung deinem Team mehr netto verschaffen — ohne dass es dich mehr kostet.

  • Späte Stunden bündeln: Wer regelmäßig Abendschichten übernimmt, profitiert stärker vom steuerfreien Zuschlag. Verteile die späten Dienste fair, aber nutze den Vorteil bewusst.
  • Sonntagabend gezielt einsetzen: Die Kombination aus Sonntag und Nacht ab 20 Uhr bringt bis zu 75 % steuerfrei. Für dein Team ist das die attraktivste Schicht überhaupt.
  • Feste Zuschlagsregel kommunizieren: Wenn dein Team weiß, dass die späten Stunden extra vergütet werden, finden sich leichter Freiwillige für die unbeliebten Zeiten.
  • Ruhezeit im Blick behalten: Nach einer langen Abendschicht müssen 11 Stunden Ruhezeit bis zur nächsten Schicht liegen. Plane die Frühschicht am Folgetag entsprechend.

Eine faire und transparente Zuschlagsregelung ist ein echtes Argument im Wettbewerb um Personal — gerade für die Schichten, die sonst niemand gern übernimmt.

Häufige Fragen zum Spätschichtzuschlag in der Gastronomie

Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Spätschichtzuschlag?

Einen eigenen Spätschichtzuschlag schreibt das Gesetz nicht vor. Nur für echte Nachtarbeit muss ein angemessener Ausgleich gezahlt werden — als Zuschlag oder freie Zeit. Ein weitergehender Anspruch entsteht erst durch Tarif- oder Arbeitsvertrag.

Ab wann gilt eine Schicht als Nachtarbeit in der Gastronomie?

Steuerlich beginnt die begünstigte Nachtarbeit um 20 Uhr. Für die Frage, wer als Nachtarbeitnehmer gilt, zählt die Zeit zwischen 23 und 6 Uhr. Eine Abendschicht bis 23 oder 24 Uhr hat also einen steuerfrei begünstigten Anteil ab 20 Uhr.

Wie viel Zuschlag muss ich für die Abendschicht zahlen?

Eine feste gesetzliche Höhe gibt es nicht. Steuerfrei sind bis zu 25 % des Grundlohns für die Stunden ab 20 Uhr. Wie viel du tatsächlich zahlst, hängt von Tarif- oder Arbeitsvertrag ab — üblich ist eine Orientierung an den steuerfreien Höchstsätzen.

Gilt der Spätschichtzuschlag auch für Minijobber?

Ja. Steuerfreie Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sind auch für Minijobber steuer- und beitragsfrei. Sie zählen nicht zur 600-Euro-Grenze und werden voll ausgezahlt — gerade bei Abendschichten ein Vorteil.

Was passiert, wenn Abendschicht und Sonntag zusammenfallen?

Dann kombinierst du die Zuschläge: Ab 20 Uhr treffen Sonntag (bis 50 %) und Nacht (bis 25 %) zusammen — zusammen bis zu 75 % steuerfrei. Die Stunden vor 20 Uhr am Sonntag sind bis 50 % begünstigt. So bringt eine Sonntagabend-Schicht netto besonders viel.


Welche Stunden ab 20 Uhr, sonntags oder an Feiertagen anfallen, sauber zu trennen, ist von Hand mühsam und fehleranfällig. Mit der Personalplanung und Zeiterfassung von Gastro Master werden die begünstigten Stunden automatisch erkannt und getrennt ausgewiesen — so rechnest du jede Abendschicht korrekt ab und hast bei einer Prüfung den Nachweis parat. Wie du die Schichten insgesamt planst, zeigt die Schichtplanung & Dienstplan.